Ein Cabrio-Windschott muss im Alltag einiges aushalten: Fahrtwind, Sonne, Staub, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen gehören ganz selbstverständlich dazu. Dazu kommen Situationen, an die man zunächst gar nicht denkt – etwa eine Katze, die über das Cabrio klettert, glühende Zigarettenasche oder ein Schlüssel, der beim Ein- oder Ausbau am Netzstoff hängen bleibt.
Viele Schäden entstehen dabei nicht durch ein einziges großes Ereignis. Häufig beginnt alles mit einer beschädigten Faser oder einem kleinen Riss im Windschott. Wird die Stelle anschließend weiter belastet, kann sich der Schaden mit der Zeit vergrößern.
Doch welchen Gefahren ist ein Cabrio-Windschott im Alltag tatsächlich ausgesetzt? Und was können Sie tun, um Schäden möglichst zu vermeiden?
Wir zeigen Ihnen 9 typische Ursachen für beschädigte Windschotts und erklären, worauf Sie bei Nutzung, Reinigung, Ein- und Ausbau sowie Lagerung achten sollten.
1. Katzen und Vögel: Tiere können den Netzstoff beschädigen
Ein Cabrio ist für Katzen offenbar ein attraktiver Aussichtspunkt. Für das Windschott gilt das allerdings nicht unbedingt. Katzen klettern auf Fahrzeuge, springen über die Sitze und nutzen dabei manchmal auch das Windschott als Zwischenstation. Ihre Krallen können einzelne Fasern herausziehen oder den Netzstoff beschädigen.
Besonders problematisch ist das bei einem bereits vorgeschädigten Windschott. Aus einem kleinen Riss kann durch zusätzliche Belastung schnell ein größerer Schaden entstehen.
Auch Vögel können Spuren hinterlassen. Krallen und Schnäbel können den Netzstoff beschädigen, während Vogelkot vor allem eine unnötige Verschmutzung darstellt, die möglichst zeitnah entfernt werden sollte.
So schützen Sie Ihr Windschott
Wenn möglich, parken Sie Ihr Cabrio nicht unter Bäumen oder an Stellen, an denen Tiere regelmäßig auf das Fahrzeug gelangen.
Verschmutzungen sollten Sie möglichst zeitnah und schonend entfernen. Je länger Schmutz auf dem Material bleibt, desto schwieriger kann die Reinigung werden.
2. Steine, Sand und lose Gegenstände: Mechanische Belastungen vermeiden
Ein Windschott bekommt während der Fahrt mehr ab als nur ein bisschen Fahrtwind.
Steinchen, Sand, Insekten und andere Partikel können auf den Netzstoff treffen. Bei einem textilen Windschott ist das natürlich nicht mit einem Steinschlag in der Frontscheibe vergleichbar. Trotzdem können harte Partikel einzelne Fasern belasten – insbesondere dann, wenn der Netzstoff bereits gealtert oder vorgeschädigt ist.
Eine weitere Gefahr befindet sich direkt hinter den Sitzen. Liegt dort beispielsweise eine Werkzeugtasche, eine schwere Tasche oder ein anderer harter Gegenstand, kann dieser bei einer stärkeren Bremsung gegen das Windschott geschleudert werden. Das kann zu einem beschädigten Netzstoff, Kratzern oder im ungünstigsten Fall auch zu einem verbogenen Rahmen führen.
Unser Tipp
Hinter dem Windschott sollten möglichst keine schweren oder scharfkantigen Gegenstände liegen, die bei einer Bremsung dagegen schlagen können. Gerade bei einem empfindlichen oder bereits älteren Windschott lohnt sich hier etwas zusätzliche Vorsicht.
3. Zigarettenasche und Glut: In wenigen Sekunden kann ein Loch entstehen
Es braucht nicht viel, um einen empfindlichen Windschott-Netzstoff dauerhaft zu beschädigen. Eine glühende Zigarette oder Zigarettenasche kann innerhalb kurzer Zeit ein Loch in das Material brennen. Anders als eine normale Verschmutzung lässt sich ein solcher Brandschaden nicht einfach wegwischen.
Besonders tückisch: Ein kleines Loch wirkt zunächst möglicherweise harmlos.
Durch die Spannung des Netzstoffes und die Belastung während der Fahrt kann sich die beschädigte Stelle jedoch mit der Zeit vergrößern.
Wer im Cabrio raucht, sollte deshalb besonders darauf achten, dass Zigaretten, Asche und Glut nicht mit dem Windschott in Kontakt kommen. Bei geöffnetem Verdeck können Luftströmungen und Fahrtwind glühende Asche zudem schneller als erwartet in Richtung Windschott transportieren.
4. Falsche Reinigung: Zu viel Reibung kann mehr schaden als helfen
Ein verschmutztes Windschott möchte man natürlich möglichst schnell wieder sauber bekommen.
Genau bei der Reinigung passieren jedoch häufig Fehler. Zu kräftiges Reiben, ein trockenes Tuch oder der Versuch, hartnäckigen Schmutz mit Gewalt zu entfernen, kann den Netzstoff unnötig beanspruchen. Bei feinem Gewebe können dadurch Fasern beschädigt oder bereits vorhandene Schwachstellen vergrößert werden.
Auch beim Reinigungsmittel ist Vorsicht angebracht. Nicht jedes Produkt, das für die Fahrzeugreinigung geeignet ist, eignet sich automatisch auch für den Windschott-Netzstoff oder die verwendeten Kunststoffteile. Aggressive Haushaltsreiniger, ungeeignete Lösungsmittel oder stark scheuernde Produkte sollten deshalb vermieden werden.
Auch ein Hochdruckreiniger ist für die Reinigung des Windschotts nicht die richtige Wahl. Der starke Wasserstrahl kann den Netzstoff und andere Bauteile unnötig belasten.
Windschott richtig reinigen
Am besten gehen Sie bei der Reinigung schonend vor. Weitere Tipps finden Sie in unserem Blog-Beitrag "Wie pflege ich ein Cabrio Windschott richtig?".
Wer die Reinigung nicht selbst übernehmen möchte, kann sein Windschott auch professionell reinigen und aufbereiten lassen. Gerade bei älteren oder stärker verschmutzten Windschotts kann eine fachgerechte Aufbereitung sinnvoll sein.
5. UV-Strahlung: Die Sonne kann das Material über Jahre schwächen
Ein Steinschlag ist sofort sichtbar. Schäden durch UV-Strahlung entwickeln sich dagegen langsam und bleiben häufig lange unbemerkt.
Über viele Jahre setzt die Sonne den Materialien eines Cabrio-Windschotts zu. Farben können ausbleichen und die Alterung von Kunststoff- und Textilmaterialien kann beschleunigt werden. Ein Netzstoff kann mit zunehmendem Alter spröder und damit empfindlicher gegenüber mechanischer Belastung werden.
Genau darin liegt die Gefahr:
Das Windschott kann äußerlich noch ordentlich aussehen und trotzdem nicht mehr die Widerstandsfähigkeit eines neuen Materials besitzen.
Die UV-Strahlung wirkt dabei nicht nur während der Fahrt. Auch ein ausgebautes Windschott, das über längere Zeit ungeschützt in direktem Licht liegt, ist unnötiger Strahlung ausgesetzt.
Windschott richtig lagern
Wenn Sie das Windschott nicht benötigen, sollte es sauber, trocken und möglichst lichtgeschützt gelagert werden. Eine passende Windschottasche bietet zusätzlichen Schutz vor Staub, Kratzern und anderen äußeren Einflüssen.
Bei einem älteren Windschott lässt sich die bereits entstandene Materialalterung natürlich nicht rückgängig machen. Zeigt der Netzstoff erste Risse oder ist er deutlich spröde geworden, kann jedoch eine Erneuerung des Netzstoffs eine sinnvolle Alternative zum kompletten Austausch des Windschotts sein.
6. Schlüssel, Ring und Uhr: Scharfkantige Gegenstände werden schnell zum Problem
Ein Ring, eine Armbanduhr, ein Schlüssel oder ein Werkzeug kann bereits ausreichen, um beim Ein- oder Ausbau des Windschotts an einer Faser hängen zu bleiben.
Ein kurzer Kontakt – und schon kann ein kleiner Riss entstehen. Besonders ärgerlich: Solche Schäden werden häufig nicht sofort bemerkt. Erst später fällt auf, dass sich die beschädigte Stelle vergrößert hat.
Deshalb beim Ein- und Ausbau beachten:
Nehmen Sie sich beim Ein- und Ausbau etwas Zeit und achten Sie darauf, dass keine scharfkantigen Gegenstände am Netzstoff hängen bleiben oder daran entlangstreifen.
Auch beim Ablegen des ausgebauten Windschotts ist Vorsicht sinnvoll. Legen Sie es nicht einfach auf Werkzeuge, Schlüssel oder andere Gegenstände, die den Netzstoff beschädigen könnten.
7. Falsche Lagerung: Ein Windschott sollte nicht zwischen anderen Gegenständen liegen
Die Cabrio-Saison ist vorbei. Das Windschott wird ausgebaut und verschwindet bis zum nächsten Frühjahr in Garage, Keller oder Kofferraum.
Klingt harmlos – ist es aber nicht immer.
Wird das Windschott einfach zwischen anderen Gegenständen abgelegt, können Netzstoff und Rahmen zerkratzt, geknickt oder punktuell belastet werden.
Noch problematischer kann der lose Transport im Kofferraum sein. Schwere Gegenstände können auf dem Windschott liegen oder während der Fahrt dagegen rutschen.
Auch Feuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen sind für eine langfristige Lagerung nicht ideal.
So lagern Sie Ihr Windschott richtig:
Vor der Einlagerung sollte das Windschott gereinigt und vollständig getrocknet werden.
Anschließend sollte es möglichst:
- trocken,
- sauber,
- geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und
- getrennt von schweren oder scharfkantigen Gegenständen
aufbewahrt werden.
Eine passende Windschottasche kann dabei helfen, den Netzstoff und den Rahmen vor äußeren Einflüssen zu schützen.
8. Fahrtwind: Normalerweise kein Problem – bei Vorschäden aber relevant
Natürlich muss ein Cabrio-Windschott Fahrtwind aushalten. Schließlich ist genau das seine Aufgabe.
Bei einem neuen und intakten Windschott stellt die normale Belastung während der Fahrt in der Regel kein Problem dar. Dennoch wirken bei jeder Fahrt Kräfte auf Netzstoff, Rahmen, Halterungen und Befestigungen. Bei einem bereits beschädigten oder gealterten Windschott können diese Belastungen dazu beitragen, dass sich vorhandene Schäden weiter ausbreiten.
Auch eine beschädigte, lockere oder nicht korrekt montierte Befestigung kann zu einer zusätzlichen Belastung einzelner Bauteile führen.
Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf:
- Netzstoff
- Halterungen
- Befestigungen
- Scharniere
- Rahmen
Je früher Sie eine Auffälligkeit erkennen, desto einfacher lässt sich reagieren.
Ein kleiner Riss muss nicht zwangsläufig zu einem großen Schaden werden – vorausgesetzt, er wird rechtzeitig erkannt.
9. Materialalterung: Wenn der Netzstoff scheinbar plötzlich reißt
Und dann gibt es Schäden, für die man zunächst überhaupt keinen konkreten Auslöser findet. Das Windschott hat jahrelang funktioniert. Tausende Kilometer wurden problemlos gefahren. Und plötzlich ist der Netzstoff gerissen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein einzelnes Ereignis dafür verantwortlich ist.
Vielmehr können verschiedene Belastungen über viele Jahre zusammenwirken: UV-Strahlung, Schmutz, Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und mechanische Beanspruchung können den Materialien mit der Zeit zusetzen.
Ein zehn oder zwanzig Jahre altes Windschott ist deshalb nicht automatisch mit einem neuen Windschott vergleichbar – selbst wenn beide auf den ersten Blick noch ähnlich aussehen.
Windschott reparieren statt komplett ersetzen
Die gute Nachricht: Ein älteres oder beschädigtes Windschott muss nicht automatisch komplett ersetzt werden. Je nach Modell und Zustand können beispielsweise der Netzstoff oder poröse Gummiprofile erneuert werden.
Gerade bei hochwertigen oder älteren Original-Windschotts kann eine Reparatur eine sinnvolle Alternative zum Neukauf sein. Passende Bespannungssets, Netzstoffe und Gummiprofile ermöglichen bei vielen Modellen eine fachgerechte Instandsetzung.
Mehr darüber, wann sich eine Reparatur lohnt, erfahren Sie in unserem Beitrag „Windschott reparieren oder ersetzen – Welche Lösung lohnt sich?“
Sie möchten wissen, ob Ihr Windschott repariert werden kann? Schicken Sie uns gerne Bilder des Windschotts und der beschädigten Stelle. So können wir häufig bereits eine erste Einschätzung geben.
Fazit: Kleine Vorsicht kann große Schäden verhindern
Ein Cabrio-Windschott ist im Alltag vielen Belastungen ausgesetzt. Tiere, Schmutz, UV-Strahlung, Zigarettenasche, falsche Reinigung, scharfkantige Gegenstände und unsachgemäße Lagerung können den Netzstoff und andere Bauteile beschädigen.
Wer sein Windschott regelmäßig kontrolliert, schonend reinigt, richtig lagert und unnötige Belastungen vermeidet, kann seine Lebensdauer verlängern.
Mit etwas Vorsicht lassen sich viele Schäden vermeiden – und das Windschott bleibt möglichst lange in gutem Zustand.